Was ist Osteopathie?

Eine manuelle Methode, die den Menschen als Ganzes betrachtet – seit über 150 Jahren. Erfahren Sie alles über Geschichte, Philosophie, Ablauf und Kosten.

Der Mensch als Einheit

Osteopathie ist eine manuelle Methode, die den Menschen in seiner Gesamtheit betrachtet. Anders als Ansätze, die sich auf einzelne Symptome konzentrieren, sieht die Osteopathie den Körper als funktionelle Einheit: Knochen, Muskeln, Organe, Nerven und Gewebe stehen in ständiger Wechselwirkung.

Der Begriff „Osteopathie" setzt sich aus den griechischen Wörtern osteon (Knochen) und pathos (Leiden) zusammen. Heute umfasst die Osteopathie weit mehr als nur die Arbeit an Knochen – sie bezieht den gesamten Bewegungsapparat, die inneren Organe und das craniosacrale System mit ein.

Wichtig: Osteopathie versteht sich als Ergänzung zur Schulmedizin. Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose und ist keine Notfallmedizin.

Osteopathische Behandlung – sanfte manuelle Techniken an der Wirbelsäule

Die vier Grundprinzipien nach A.T. Still

1. Einheit des Körpers

Alle Strukturen und Systeme sind miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig.

2. Struktur und Funktion

Die Form einer Struktur bestimmt ihre Funktion – und umgekehrt beeinflusst die Funktion die Struktur.

3. Selbstregulation

Der Körper verfügt über Mechanismen, sein inneres Gleichgewicht zu erhalten.

4. Gute Durchblutung

Wo Blut und Flüssigkeiten frei fließen können, sind die Voraussetzungen für Wohlbefinden gegeben.

Von Amerika nach Europa

Die Osteopathie hat eine über 150-jährige Geschichte – von einem amerikanischen Landarzt bis in die moderne Praxis.

1874

Begründung durch A.T. Still

Der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still formuliert die Grundprinzipien der Osteopathie.

1892

Erste Osteopathie-Schule

Still gründet die „American School of Osteopathy" in Kirksville, Missouri.

1917

Ankunft in Europa

John Martin Littlejohn gründet die British School of Osteopathy in London.

1980er

Etablierung in Deutschland

Die Osteopathie beginnt sich im deutschsprachigen Raum zu verbreiten.

Heute

Anerkannte Methode

Zahlreiche Ausbildungsinstitute und Berufsverbände sorgen für Qualitätsstandards.

Parietal · Viszeral · Craniosacral

In der Praxis unterscheidet man drei Arbeitsgebiete – die jedoch nie isoliert betrachtet werden, sondern als zusammenhängendes System.

Parietale Osteopathie

Arbeit am Bewegungsapparat: Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder und Faszien. Verschiedene Techniken – von sanften Mobilisationen bis hin zu Impulstechniken.

Viszerale Osteopathie

Arbeit an den inneren Organen und ihren bindegewebigen Aufhängungen. Entwickelt von Jean-Pierre Barral. Sanfte Techniken für die Beweglichkeit der Organe.

Craniosacrale Osteopathie

Arbeit am Schädel (Cranium), der Wirbelsäule und dem Kreuzbein (Sacrum). Entwickelt von W.G. Sutherland. Sehr sanfte, feine Berührungen.

Biodynamische Osteopathie

Die biodynamische Osteopathie wurde von Dr. James Jealous D.O. (1943–2021) entwickelt. Er verband die Craniosacrale Osteopathie nach Sutherland mit der Embryologie-Lehre von Prof. Dr. Erich Blechschmidt. Bei der biodynamischen Arbeit geht es um sehr feine Wahrnehmung und sanfte Berührungen – achtsames Wahrnehmen und Raum geben für die körpereigene Regulation.

In meiner Praxis bildet die biodynamische Arbeit einen wichtigen Schwerpunkt. Meine Weiterbildungen habe ich am BPSCO (Bavarian Pediatric School & Clinic for Traditional Osteopathy) sowie bei der Alten Schule absolviert – beides renommierte Fortbildungsinstitute für biodynamische Osteopathie.

Mehr über Biodynamische Osteopathie →

„Es geht um achtsames Wahrnehmen und Raum geben für die körpereigene Regulation."

So läuft eine Sitzung ab

Die Erstsitzung dauert etwa 60–75 Minuten – genug Zeit, um Sie als ganzen Menschen kennenzulernen.

1

Gespräch

Ausführliche Anamnese – Ihre Geschichte von der Geburt bis heute

2

Befund

Mit den Händen ertaste ich Spannungsmuster und Bewegungsqualitäten

3

Arbeit

Sanfte manuelle Techniken – angepasst an Ihre Bedürfnisse

4

Nachgespräch

Besprechung und Zeit zum Ankommen

Was Sie mitbringen sollten

  • Bequeme Unterwäsche – die Untersuchung findet meist in Unterwäsche statt
  • Befunde – falls vorhanden: ärztliche Befunde, Röntgenbilder
  • Zeit – planen Sie nach der Sitzung keine wichtigen Termine
  • Offenheit – lassen Sie sich auf die Erfahrung ein

Folgesitzungen

Folgesitzungen dauern meist 45–60 Minuten. Zwischen den Terminen liegen meist 2–4 Wochen – der Körper braucht Zeit zur Anpassung.

Wer kommt zur Osteopathie?

In meine Praxis kommen Menschen jeden Alters – vom Säugling bis zum Senior.

Erwachsene

Menschen, die sich eine ganzheitliche Betrachtung wünschen und Körper, Geist und Seele als Einheit betrachten möchten.

Schwangere

Achtsame Begleitung während der Schwangerschaft. Ergänzend zur Vorsorge bei Arzt oder Hebamme.

Babys & Kinder

Besonders sanfte Techniken für die Kleinsten. Ergänzend zur kinderärztlichen Betreuung.

Osteopathie im Vergleich

MerkmalOsteopathiePhysiotherapieChiropraktik
FokusGanzer Körper als EinheitBewegungsapparatWirbelsäule
MethodikRein manuell, breites SpektrumManuell, Übungen & GeräteSchnelle Impulse
VerordnungEigenständig möglichMeist ärztlichEigenständig
Dauer45–75 Minuten20–30 Minuten15–30 Minuten

Alle Methoden können sich gut ergänzen.

Kosten & Erstattung

Viele Krankenkassen bezuschussen osteopathische Sitzungen.

Gesetzliche Kassen

Über 100 GKV bezuschussen Osteopathie:

  • 30–60 € pro Sitzung
  • 3–6 Sitzungen/Jahr
  • Heilpraktiker erforderlich

Private Versicherung

PKV und Beihilfe erstatten meist entsprechend dem vereinbarten Tarif – oft vollständig oder weitgehend.

Selbstzahler

Sie erhalten eine detaillierte Rechnung nach GebüH, die Sie bei Bedarf einreichen können.

FAQ zur Osteopathie

Was ist Osteopathie?

Osteopathie ist eine manuelle Methode, die den Menschen in seiner Gesamtheit betrachtet. Sie wurde 1874 von Andrew Taylor Still begründet und basiert auf der Annahme, dass der Körper eine funktionelle Einheit bildet. Osteopathie versteht sich als Ergänzung zur Schulmedizin.

Was sind die drei Säulen der Osteopathie?

Die drei Säulen sind: Parietale Osteopathie (Bewegungsapparat), Viszerale Osteopathie (innere Organe und ihre Aufhängungen) und Craniosacrale Osteopathie (Schädel, Wirbelsäule, Kreuzbein). Diese Bereiche werden nicht isoliert betrachtet, sondern als zusammenhängendes System.

Wie läuft eine osteopathische Sitzung ab?

Eine Erstsitzung dauert etwa 60–75 Minuten und beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Danach folgt eine Befunderhebung durch Ertasten von Spannungsmustern. Die osteopathische Arbeit erfolgt mit verschiedenen manuellen Techniken. Am Ende steht ein Nachgespräch.

Tut Osteopathie weh?

Nein, osteopathische Techniken sind in der Regel nicht schmerzhaft. Das Spektrum reicht von sehr sanften, kaum spürbaren Berührungen bis hin zu deutlicheren Mobilisationen – aber Schmerz ist nie das Ziel.

Ist Osteopathie für Babys und Kinder geeignet?

Ja, es gibt einen eigenen Bereich der Kinderosteopathie. Die Arbeit mit Säuglingen und Kindern erfordert eine spezielle Zusatzausbildung und verwendet besonders sanfte Techniken. Kinderosteopathie versteht sich als Ergänzung zur kinderärztlichen Betreuung.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen osteopathische Sitzungen mit 30–60 Euro pro Sitzung, meist begrenzt auf 3–6 Sitzungen pro Jahr. Private Krankenversicherungen erstatten meist entsprechend dem vereinbarten Tarif.

Wie viele Sitzungen sind nötig?

Das ist individuell sehr verschieden. Manche Menschen kommen einmalig, andere in regelmäßigen Abständen. Zwischen den Sitzungen liegen meist 2–4 Wochen.

Muss ich mich ausziehen?

Die Untersuchung findet meist in Unterwäsche statt. Wenn Sie sich damit unwohl fühlen, finden wir eine Lösung – Ihr Wohlbefinden steht an erster Stelle.

Ressourcen & Links

Seriöse Quellen für alle, die mehr über Osteopathie erfahren möchten.

Wissenschaft & Studien

OSTLIB – Studiendatenbank
Über 9.000 Studien & Fachartikel

VOD Forschungsseite
Studienübersichten & Patienteninfos

Weitere Informationen

Wikipedia: Osteopathie
Umfassender Überblick mit Quellenangaben

OSTEOKOMPASS
Therapeutenverzeichnis & Blog

Ausbildung & Qualität

VOD Therapeutensuche
Qualifizierte Therapeuten in Ihrer Nähe

BVO Patienteninfo
Was Sie als Patient wissen sollten

Neugierig geworden?

Ich freue mich darauf, Sie in meiner Praxis in Niederaichbach kennenzulernen. Die Erstsitzung dauert ca. 60–75 Minuten – genug Zeit für Sie und Ihr Anliegen.

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